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Sind das schon Depressionen?

Sind das schon Depressionen?

Sie fühlen sich müde, erschöpft und ängstlich? Das geht gerade seit der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise sehr vielen Menschen so. Leiden Sie deshalb schon an Depressionen? Das ist von hier aus nicht so klar zu beantworten. Es gibt aber Anhaltspunkte, anhand derer etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht werden kann.

Sie sind niedergeschlagen bzw. freudlos, antriebslos, erschöpft und ermüden schnell? Sie schaffen es kaum noch, Ihrem tägliche Alltagsleben mit Schule, Studium oder Arbeit nachzukommen? Diese oder mindestens zwei dieser Hauptsymptome von Depressionen sind anhaltend seit mindestens zwei Wochen am Stück vorhanden? Außerdem leiden Sie unter mindestens zwei Nebensymptome wie z. B. dem Gefühl von Wertlosigkeit, an Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Schuldgefühlen, geringem Selbstwertgefühl, ständigem Grübeln bis hin zu völliger Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken. Dann kann es sich um eine Depression handeln.

Es kann auch zu körperlichen Symptomen kommen wie Schmerzen, Druck auf der Brust, Kopfschmerz, Schwindel, Kloßgefühl im Hals… Es sollte aber immer eine Abklärung erfolgen, ob es körperliche Ursachen für diese Symptome gibt.

Sehr häufig sind Depressionen mit Angstgefühlen bzw. Angststörungen verbunden.

Bei der Entstehung von Depressionen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Erlebnisse in der Kindheit und Jugend wie permanente Demütigung, Vernachlässigung, Sucht in der Familie, (sexuelle) Übergriffe etc. oder körperliche Erkrankungen wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion, Vitaminmangel, eine Krebserkrankung etc. oder auch ein hohes Stresslevel im Beruf oder Privatleben können eine Depression mit verursachen.

Depressionen werden unterteilt in

  • leichte Depressionen, bei der mindestens zwei Haupt- und mindestens zwei Nebensymptome vorhanden sind,
  • mittelgradige Depressionen mit mindestens zwei Hauptsymptomen und mindestens drei Nebensymptomen sowie
  • schwere Depressionen mit allen Hauptsymptomen und mindestens vier Nebensymptomen.

Eine besondere Form der Depression ist die „Winterdepression“. Vielen Menschen fehlt das Sonnenlicht und sie entwickeln mehr oder weniger starke depressive Symptome. Bei einer leichten Winterdepression kann bereits eine Lichttherapie wirksam sein.

Außerdem gibt es die postpartale Depression, auch Wochenbettdepression genannt, die nach einer Entbindung auftritt. Statt Freude über das Neugeborene zu empfinden, sind die jungen Mutter antriebslos und niedergeschlagen. Hier unterscheidet man aber wiederum den sogenannten Babyblues, der bei ungefähr der Hälfte aller Frauen auftritt und 3-5 Tage andauert, von der echten Wochenbettdepressionen. Diese tritt bei ungefähr jeder zehnten Frau auf und dauert länger an. Auch die Wochenbettdepression kann ambulant psychotherapeutisch behandelt werden. Die gravierendste, aber auch sehr seltenste Form der postpartalen Depression ist die Wochenbettpsychose.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jeder 5. bis 6. Mensch im Laufe seines Lebens einmal depressiv wird. Viele Menschen mit leichter depressiver Symptomatik suchen überhaupt keine Ärztin bzw. keine Psychotherapeutin auf. Häufig beginnt die Krankheit auch eher unspezifisch z. B. mit unklaren Schmerzen, mit Gereiztheit, Rückzugstendenzen etc.

Geholfen werden kann Menschen mit Depressionen in einer Psychotherapie. Reicht das bei mittelgradigen bzw. schweren Depressionen nicht aus, werden zusätzlich Medikamenten eingesetzt.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keinen Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt. Sie sind nicht zur Selbstdiagnose geeignet.

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